Regionale Herbstausfahrt Bye, bye 2025

Regionale Herbstausfahrt Bye, bye 2025

Regionale Herbstausfahrt Bye, bye 2025 1200 800 Christiane Keßelheim

Zwischen Erft und Ahr

Zur diesjährigen regionalen Topolino Abschlussfahrt, im Herzen von Deutschland, haben sich Ute und Wolfgang ein tolles Programm mit schönen Streckenverläufen überlegt.

Vom 17.-19.10.25 trafen sich 7 Topolino-Teams zur Bye,bye 2025 Tour in Swisttal. Wir haben uns sehr gefreut, neben den alten Bekannten auch 2 Mitglieder begrüßen zu dürfen, mit einem Topolino A von 1939, die bisher noch nicht an einer Ausfahrt teilgenommen haben. Auf Grund technischer Herausforderungen mussten 2 Teams, darunter auch unser Organisationsteam, auf Ersatzfahrzeuge ausweichen. So wurden wir von einem orangen Fiat 500 nouva angeführt, anstelle des erwarteten grauen Topolino C. 

Gegen Freitagmittag trafen alle Teilnehmenden am Hotel ein, und nach einem herzlichen Hallo gab es die Möglichkeit zu einer Stärkung aus der Hotelküche. Wolfgang gab uns einen kurzen Überblick über das geplante Programm der nächsten Tage. Ausgestattet mit einem „analog-digital“ erstellten Roadbook ging’s auf zur ersten kleinen Aufwärmfahrt nach Brühl. Die 20 km bis zum Schloss Augustusburg, UNESCO Welterbe, waren schnell gefahren. 

Einigen ist diese Schloss sicher aus den Staatsempfängen bekannt, als der Regierungssitz der Bundesrepublik noch Bonn war. Das Schloss beeindruckte durch seine üppige Rokokoausstattung und dem großen Schlosspark. Sehr imposant ist der Treppenaufgang, über den alle Gäste das Schloss betreten haben, welcher aufwendig und prunkvoll mit Stuckmarmor ausgestattet ist und als das prachtvollste Rokokotreppenhaus der Welt gilt. Im Rahmen einer Führung erfuhren wir die Geschichte des Schlosses aus der Zeit von Kurfürst und Erzbischof Clemens August, der dieses Anwesen als Sommerschloss 1725 – 1768 erbauen lies. Sehr beeindruckt von dem herrschaftlichen Treppenaufgang und den Prunkzimmern mit aufwendigen Deckenfresken konnten wir uns in einem nahegelegenen Café danach mit leckeren Heißgetränken und noch leckereren Kuchen für die Rückfahrt zum Hotel stärken. Die kurze Distanz war schnell gefahren, so dass vor dem Abendessen noch genügend Zeit für eine kurze Entspannung blieb. Der erste Tag fand einen gemütlichen Ausklang im Hotel mit schmackhaften Speisen und Getränken. 

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück führte uns die Tour am Samstag über verkehrsarme Straßen in Richtung Ahrtal. Erster Zwischenstopp war ein Aussichtspunkt oberhalb von Dernau, der einen fantastischen Blick ins herbstlich gefärbte Ahrtal frei gab. Nächstes Ziel der Regierungsbunker oberhalb von Ahrweiler. Versteckt unter den Weinbergen, gebaut während des kalten Krieges als Atomschutzbunker, um die Handlungsfähigkeit des Staates im Falle eines weiteren Kriegs sicherzustellen. Bis 1989 fanden regelmäßig Übungen statt, in denen der Ernstfall geprobt wurde. In einer Kriegslage hätte ein für diesen Fall reduzierter Staatsapparat mit den notwendigen Mitarbeitenden dort Einzug gehalten. Die Gesamtlänge aller Bunkerbereiche erstreckte sich über 17336 Meter, mit 936 Schlafräumen und 897 Büroräumen. Die Bunkeranlage sollte für 3000 Personen 30 Tage Schutz bieten, um die notwendige Entscheidungsfähigkeit sicherzustellen, bis Unterstützung der NATO-Mächte eintreffen würde. Nach dieser Reise in die politische Vergangenheit war es Zeit für eine Stärkung. Der Hofgarten in Dernau bot für jeden Geschmack ein leckeres Angebot und den dazu passenden Ahrwein und das im idyllischen Ambiente der alten Weinwirtschaft. Viel zu schnell war schon wieder Zeit für den Aufbruch zum nächsten Highlight unserer Ausfahrt und wir folgten der Ahr flussaufwärts bis Ahrbrück. Trotz der schönen herbstlichen Landschaft im Ahrtal sind die noch sichtbaren Zerstörungen durch die schreckliche Flutwelle 2021 allgegenwärtig und machen immer noch betroffen.

Kleine, kurvenreiche Straßen führten uns zum Radioteleskop in Effelsberg. Kaum angekommen an einem kleinen Aussichtspunkt drehte sich das Teleskop unseren Topolinos zu. Es will doch wohl nicht Kontakt aufnehmen mit unseren kleinen Fiat‘s? Es war bis 2000, über 29 Jahre, das weltweit größte frei bewegliche Radioteleskop, mit dem die Wissenschaft den Weltraum um uns herum erforscht.

Die bergische Anfahrt machte einem Topolino temperaturmäßig sehr zu schaffen, sodass sich sein Fahrer dazu entschloss, den direkten Rückweg zum Hotel zu nehmen. Die übrigen Topolini genossen die weitere Route über verkehrsarme Straßen, herbstlich gefärbte Wälder und Alleen zurück zum Hotel. Bei bekannt guten Speisen ließen wir den schönen Samstag im Hotel ausklingen. Die ein oder andere Anekdote und verschiedene spannende Reiseberichte sorgten für einen kurzweiligen und lustigen Abend.

Am Sonntagmorgen war nach dem Frühstück dann auch schon wieder packen angesagt. Doch bevor wir uns in alle Himmelsrichtungen auf den Heimweg machten, gab es noch ein weiteres Highlight der Ausfahrt. Der Besuch der Tuchfabrik Müller in Kuchenheim versetzte uns in das frühe 20. Jahrhundert. Von 1894 bis 1961 produzierte man hier Loden und Wollstoffe unter anderem auch für das Militär. Als Volltuchfabrik wurden alle Produktionsschritte, von der Aufbereitung der Wolle bis zum fertigen Tuch in dieser Fabrik durchgeführt, bis 1961 Kurt Müller auf Grund der günstigeren Konkurrenz aus Italien die Tore schloss. Voller Hoffnung den Produktionsbetrieb später wieder aufzunehmen, pflegte er über 20 Jahre den Maschinenpark und die Gebäude. Seit 1988 gehört die vollständig erhaltene Fabrik dem LVR und ist als ein besonderes Industriemuseum einen Besuch wert. Man hat den Eindruck, als wären die Mitarbeiter gerade nur in der Mittagspause und würden gleich wieder ihre Arbeit aufnehmen. Bei dem Rundgang durch die Fabrik kann man die wesentlichen Schritte der damaligen Produktion erleben und sehen, wie die alten Maschinen auch heute noch einsatzbereit sind. Von der Bearbeitung der Rohwolle über die Färberei, die Garnspinnerei bis zum Weben des Tuchs werden alle wesentlichen Produktionsschritte vorgeführt. Nach diesem spannenden Erlebnis gab es noch die Möglichkeit sich vor der Heimreise zu stärken. Nicht weit vom Museum entfernt kannten Ute und Wolfgang ein hervorragendes Restaurant, in dem das schöne Wochenende seinen gebührenden Abschluss fand. Nach dem letzten gemeinsamen, vorzüglichen Mittagsimbiss ging es am Nachmittag für alle zurück nach Hause.

Nochmal unser herzliches Dankeschön an Ute und Wolfgang für das sehr schöne, gelungene und abwechslungsreiche Wochenende und auch an die tolle Gruppe, die mit dazu beigetragen hat!

Christiane und Bert